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Tanne

Bis in unsere Zeit hinein reichen die Bräuche, die sich mit der majestätischen [[Tanne]] verbinden. Wir können annehmen, dass bereits in der Stein­zeit die Menschen die Heilkräfte der Tanne kannten und sie als Heil- und Le­bens­baum verwendeten und achteten. Noch heute dient ein Tannen­baum in der christlichen Welt als Symbol für Licht und Leben. Die Tanne war für unsere keltischen und germanischen Vorfahren ein Schutz­baum, der vor dem krankmachenden Einfluß dämonischer Kräfte schütz­te. Die Äbtissin Hildegard von Bingen schreibt in ihrer Natur­kunde, die sie vor 800 Jahren verfaßt hat:

Die Tanne ist mehr warm als kalt und enthält viele Kräfte. Sie ist ein Sinnbild der Stärke. Geister hassen Tannenholz und vermeiden Orte, an denen sich solches befindet.

Auch heute können wir die Tanne für eine Schutzräucherung verwenden. Ganz bewusst sollten wir dabei die hilfreichen höheren Mächte um ihren Schutz bitten und uns vorstellen, daß wir von einem Schutzschild aus Licht umgeben sind.

Das Tannen-Harz hat einen balsamisch-grünen Duft. Es reinigt und verbessert die Luft. Räucherungen mit Tannen-Harz, so hieß es noch in alten Kräuterbüchern, stärken die Ner­ven, machen kräftig, mutig und psychisch widerstandsfähig. Man räucherte damit in Kranken­zim­mern, um die Kraft zur Gesundung der Kranken zu stärken. In den frühgeschichtlichen Funden von Räu­cher­werk war auch Tannen-Harz ent­halten. Wir können uns vorstellen, daß die Menschen damals dieses Räucher­harz ebenfalls zur Stärkung gebrauchten. Die Indianer Kanadas räuchern mit dem Harz der dort einheimischen Tannen. Dieses Harz wird seit langem auch nach Europa eingeführt und noch heute als [[Kanadabalsam]] gehandelt (Balsamum canadese).

In der Rinde der Balsam­tannen Nordamerikas sammelt sich Harz an. Mit einer schnabelartigen Kanne wird die Schwellung angestrichen und das austretende Harz aufgefangen. Diese honigartige, gelbliche, klare Flüssigkeit erstarrt an der Luft zu einer durchsichtigen Harz­masse, die zum Räuchern verwendet werden kann. Sie verbreitet einen an­genehmen, waldig-grünen Duft. Das Harz der Balsamtanne (Abies balsamea L. Mill.) wird bei den Indi­anern Kanadas bei Halsentzündung gekaut, aber auch zur Behandlung von Schnittverletzungen, Prellungen und Quetschungen gebraucht. Der aufsteigende Rauch galt als Heilmittel bei Arthritis.

Heute findet das Balsamharz außerdem in der Indu­strie Verwendung als Einbettungs­mittel bei der [[Mikroskopie]], als Feinlack und als Kitt für Linsen­systeme.

In Europa ist seit Jahrhunderten das Elsässer Terpentin oder auch Straß­burger Terpentin von der [[Weißtanne]] als Wund- und Rheumamittel bekannt. Dieses gereinigte Tannen-Harz, das einen besonders feinen, zitrusartigen Duft verströmt, wirkt antiseptisch, schleimlösend und wurde früher in der Räucherheilkunde zum Räuchern bei Husten und Verschlei­mung verwendet sowie als gutes Rheu­ma­mittel. Es ist noch heute erhältlich.

Statt des Harzes kann man auch getrocknete Nadeln benutzen. Für eine Räuchermischung werden die frischen Nadeln von den Ästen gezupft und auf einem Tuch etwa zwei Wochen getrocknet, zerkleinert und mit Weihrauch- oder Mastix-Harz vermischt. Die getrockneten Nadeln sollten stets gut verschlossen aufbewahrt werden. Sie können auch in einem Steinmörser zermahlen werden und so als Pulver einer Räucher­mischung beigefügt werden.

Dieser Text ist Urheberrechtlich geschützt. Mit freundlicher Genehmigung von Susanne Fischer-Rizzi.

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