Räucherwerk Copal

Der Copalbaum wurde von den Indianern Copalquahuitl genannt, woher die heutige Bezeichnung Co­pal stammt. Ursprünglich wuchs der Copalbaum nur in Mexiko, heute wird er jedoch in Westafrika, Indien, Madagaskar, Mosambik, Sansibar, Ma­nila und im Kongo angebaut. Es existieren verschiedene Baumarten, die Copal liefern. Unter Copal wird auch das Harz der australischen Kauri­fichte, Agathis australis hort. ex Lindl, einem bis 40 Meter hohen Nadelbaum, angeboten.

Das ostindische Copal stammt von Canarium bengalese, wovon es auch fossile Har­ze gibt, die gelegentlich im Handel angeboten werden. Das Harz des Dammarabaumes, Agathis alba, wird als Manila-Copal verkauft. Der au­thentische Copal, wie er in den präkolumbianischen Kulturen verwendet wurde, stammt von mittel- und südamerikanischen Bäumen.
Als am wertvollsten galt das Copal-Harz, wenn es von Bäumen stamm­te, die vom Blitz getroffen ihr Harz absonderten. Der Gott des Blitzes hatte hier seine Kraft geschenkt. Dieses Harz wurde der Sonnengottheit zu ganz besonderen rituellen Festen geopfert. Copal-Harz galt bei den Mayas als so heilig, daß es, einmal auf den Altar gelegt, nur noch mit bestimmten Holz­werk­zeugen berührt wurde. Diese uralte Tradition wird noch heute bei den Räucherungen indianischer Stäm­me fortgeführt. Copal diente den Indianern als Räucherwerk, das eine Initiation begleitete oder zur Divination befähigte. Noch heute wird die Zeremonie der Zukunfts­schau praktiziert: Mit Korallen, Kristallen und Maiskörnern wird das Orakel geworfen, während der Co­pal verbrannt wird. Alle offiziellen Handlungen für die Götter wurden von Copalräucherungen begleitet.

Vom mittelamerikanischen Copal-Harz gibt es drei verschiedene Arten:
Gelb-weißer, transparenter Copal mit einem fruchtigen, zitronigen, leichten, hellen, weihrauchähnlichen Duft. Sein Duft ist wie ein Hauch voller Zartheit. Er wirkt innerlich reinigend, unterstützt geistige und spirituelle Arbeit. Weißer Copal wird in flüssigem Zustand geerntet und auf Blättern zum Trocknen ausgelegt.

Schwarzer Copal hat einen kraftvollen, geheimnisvollen, schweren, balsamischen und mystischen Duft. Er gilt als beste Qualität und wird zu einem höheren Preis gehandelt als die anderen zwei. Nacht-Copal, wie er auch genannt wird, trägt die geheimnisvolle Energie der Nacht, er erdet, verbindet uns mit den tiefen Schich­ten der Seele. Er hat eine beruhigende Wirkung und kann uns behilflich sein, Gegensätze in uns zu erkennen und uns helfen, mit den dunklen Bereichen unserer Seele in Kontakt zu treten.

Bernsteinfarbener Gold-Copal verströmt einen feinen, weichen und warmen Duft. Ihm wird eine sinneöffnende Wirkung zugesprochen. Er wirkt anregend auf Phantasie und Intuition und kann die Kreativität bei musischer Tätigkeit unterstützen. Therapeutische Arbeit mit Imagination und Visualisierung kann durch Gold-Copal hilfreich unterstützt werden. Gold-Copal wur­de von den Mayas zu Ehren der Sonne bei Sonnenaufgang verbrannt.
Alle drei Arten haben eine sehr starke heilende Kraft.

Copal-Harz kann einzeln nach Sorte oder auch in Mischung aller drei Arten verräuchert werden. Experi­men­tieren Sie etwas, um herauszufinden, welches dieser wunderbaren Harze Ihnen am meisten zusagt. Jede der drei Arten hat eine starke seelische Wirkung. Das rohe Harz hat fast keinen Geruch, es entwickelt ihn erst durch Hitzeeinwirkung. Copal-Harz wird im Handel aus Süd- und Mittelamerika, Manila und Kongo angeboten.

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