Räuchern erobert die Welt

   Die Geschichte des Räucherns begann mit der Geschichte des Feuers. Als die Menschen das Feuer entdeckte verbrannten sie in ihrer Experimentierfreudigkeit nicht nur Holz. Sie verbrannten Gräser, Blüten, Pilze, eigentlich alles was Sie finden konnten. Dabei stellten Sie nicht nur fest, dass Harze die an den Holzstückchen hingen besonders gut brannten, sondern zum Beispiel auch dass jedes Holz oder jede Pflanze einen anderen Duft verströmte.

 ... „Das Fell am Höhleneingang bebte vom Schneesturm, der draußen durch die Bäume fegte. Wir rückten näher um die Feuerstelle, spürten die wohltuende Wärme. Unsere Nasen wurden warm,  doch noch lange spürten wir die Kälte am Rücken. Wir waren durch die Nacht geirrt. Die Alten und Kinder unseres Clans hätten nicht mehr Lange durch gehalten. Urak, unsere Heilerin, hatte ihren Medizinbeutel geholt. Er enthielt die duftenden Kräuter,  Harze  und Samen, die sie im Sommer sorgfältig gesammelt hatte.


 Sie murmelte Gebete für die Ahnen und die Geister dieser Höhle. Dann warf sie eine Handvoll der Mischung auf die heißen Steine am Feuer. Der Rauch stieg auf und erfüllte die Höhle mit geheimnisvollem Duft. Er breitete sich aus und wir spürten alle, dass wir froh waren, hier zu sein. Die Anspannung wich einem wohligem Gefühl. Mit dem duftenden Rauch waren wir angekommen. Jetzt wurde die Höhle unser Besitz, die Geister waren gnädig gestimmt worden. Urak war zufrieden“ ...


Feuer löst in uns bis heute eine Faszination aus, wie kaum etwas anderes. Es leitet uns durch dunkle Zeiten, wärmt uns wenn wir frieren und soll sogar dabei helfen, Kontakt zu den Göttern herzustellen. Besonders hierzu soll sich der Rauch der Alraune und des Mohns behauptet haben. Schon frühe Funde von Wissenschaftlern zeigen dass das Räuchern mit verschiedensten Räucherwerken in Ritualen ein wesentlicher Bestandteil war.
Zu dieser Zeit, als die Menschen noch in Höhlen lebten entstand die Liebe zum Räuchern die sich bis heute in alle Welt verbreitet hat. Von Generation zu Generation wurden die Räucherweisheiten weitergegeben. Behütet wie einen Schatz.

Auszug aus dem Buch "Das Buch vom Räuchern" von Susanne Fischer-Rizzi

 

 

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   Indien – Kein Land der Erde besitzt dieseunermessliche Fülle an duftender Flora wie Indien. Kein Wunder, dass in Indien die Duftkultur höchst entwickelt ist und Düfte seit Jahrtausenden für das Religiöse leben in Form von Räucherungen verwendet werden. Die indische Duftkultur hat den gesamten Asiatischen Raum beeinflusst, und dazu beigetragen, dass sich das Räuchern auf die ganze Welt ausbreitet. Indische Händler zum Beispiel, lernten den Ägyptern auf ihren Reisen das Räuchern. Und so übernahmen die Ägypter den Kult des Räucherns.


   Ägypten – Denn nachdem die Ägypter die köstlichen Düfte von Weihrauch und Myrrhe kennengelernt Weihrauchbaum_namibiahatten,  konnten sie davon nicht mehr lassen. Vor 6000 Jahren waren duftende Hölzer und Harze oftmals Grabbeigaben.

Bäume, die mit ihren Wurzeln tief in die Erde dringen, ihre Krone zum Himmel hin entfalten,sprachen die Menschen seit ursprünglichster Zeit in ihrem religiösen Empfinden an. Sie galten als Sitz von Gottheiten. Der Duft der Bäume symbolisierte den Menschen in den heißen Wüstenregionen die Lebenskraft der Bäume. Die Menschen verräucherten die Hölzer um diese Lebenskraft in sich auf zu nehmen. In den Gräbern sollten diese Duftgaben auch den Verstorbenen ein Überleben in einer anderen Welt sichern. Dieser Brauch blieb bis zum Untergang der altägyptischen Kulturen. Archäologen berichteten von wunderbaren Düften, die einem aus Grabkammern, Ebenholztruhen und Alabasterkrügen entgegenströmten. Ein altes Ägyptisches Sprichwort besagt:


"Ein Tag ohne Düfte ist ein verlorener Tag."


   Griechenland - Lange schon schwärmten die Ägypter, Sumerer und Hebräer im Duft von Weihrauch, Tempel56fccd63097e3Myrrhe, Opoponax und anderen edlen Harzen, ehe die Griechen die feine und hochentwickelte Räucherkultur von ihnen übernahmen. Dort wurden schon früher nach Tieropferungen wohlriechende Hölzer verbrannt um den unangenehmen Geruch zu lindern der bei der Verbrennung des Fleischs freigesetzt wurde. Allerdings wurde der Weihrauch erst später in Geschichten des Herodot bekannt. Dort hieß es in eine seiner Schriften:


  „Arabien ist das einzige Land, in welchem der Weihrauch wächst. Die Araber bekommen den Weihrauch mittels verbrennen des Styrax. Denn eben die Weihrauchbäume hüten die geflügelten Schlangen.“


Herodot schien die Schauermärchen, die von Besitzern der Weihrauchbäume in Arabien verbreitet wurden, geglaubt zu haben.

Die Duftinsel Kreta war für die Griechen ein Bindeglied zum Orient. Und so waren die orientalischen Duftstoffe in Griechenland bald schon eingeführt und weitreichend bekannt.

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   Arabien - Ägypter, Römer wie Griechen hatten zu damaligen Zeiten nur ein Ziel. Eines der bestgehütetsten Geheimnisse dieser Zeit zu Lüften. Den Standort der Weihrauch- und Myrrhebäume. Niemand wusste wo diese Bäume wuchsen. Selbst weit gereiste Schriftsteller gaben in ihren Schriften nur
sagenumwobene Geschichten wieder.  Hinter dem wohlgehüteten Geheimnis vom Ursprung des Weihrauch- und Myrrhe-Harzes stand eine geschickte Verneblungstaktik der arabischen Besitzer. Der Weihrauchhandel war zum Staatsgeheimnis geworden da das Land durch den Handel zu großem Reichtum gekommen war. Fremde und neugierige sollten mit einer Mauer aus Schweigen und furchterregenden Geschichten fern gehalten werden. Die Spur der mit Duftharz beladenen Kamele verlor sich im Sand.


   Amerika – Auch in Amerika ist Räuchern eine weit verbreitete Tradition. Das sehr mit der Natur verbundene Volk das für seine Ansichten belächelt wurde, wusste schon damals das wir die Erde mit Respekt behandeln sollten.

Pflanzen und Tiere waren für die Indianer wie Brüder. Die traditionellen indianischen Räucherpflanzen sind Pflanzen der Kraft,
die den Menschen auf dem Weg zu seinem Ursprung im Himmel begleiten.



Inhaltlich aus dem Buch "Das Buch vom Räuchern" von Susanne Fischer-Rizzi übernommen.

 

 

 

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